Der Jahreswechsel ist der beste Moment, um den MarTech-Stack zu schärfen: Weniger Tools, mehr Wirkung, klare Verantwortlichkeiten. 2026 dreht sich alles um KI, aber nicht als Spielerei – sondern als verlässliche Betriebsressource. Im Fokus stehen Automatisierung, Datenqualität und Brand-Governance. Hier sind die Trends, die in den nächsten 12 Monaten tatsächlich Wirkung entfalten.
Executive Summary
- Must-have 2026: Agentic AI in Workflows, First-Party-Data-Fundament (CDP/ETL), Guardrails & Brand-Governance, generative Kreation mit strukturiertem Prompt- und Asset-Management.
- Should-have: Retail- & Ads-Clean Rooms, RAG mit kuratiertem Wissensgraph, Realtime-Personalisierung mit Feature Store, MMM 2.0 zur Budgetsteuerung.
- Watchlist: On-Device-Modelle am POS und in Apps, synthetische Daten für Tests, Multimodal-A/B (Bild/Video/Audio).
1) Agentic AI statt Einweg-Prompts
Was es ist: KI-Agenten, die Aufgabenketten selbstständig planen, Tools aufrufen (z. B. Analytics, CRM, Ad-API) und Ergebnisse zurückspielen.
Warum jetzt: Deutliche Effizienzgewinne in Reporting, Content-Produktion, Angebotskalkulation, QA.
Stack-Hinweis: Orchestrator (z. B. Airflow/Prefect), Tool-Konnektoren, Protokollierung, Rechte- & Kostenkontrolle.
2) First-Party-Data als tragende Säule
Consent-saubere Events, stabile Kundenschlüssel und ein CDP, das IDs auflöst. Ohne saubere Daten sind KI-Use-Cases blind.
Stack-Hinweis: Event-Tracking (Server-Side), ID-Graph, CDP, ETL/ELT, Data Contracts, Consent-Layer.
3) Brand-Governance & KI-Guardrails
Markenleitplanken werden maschinenlesbar: Styleguides, Tonalität, verbotene Claims, Faktenquellen. Outputs werden automatisch geprüft (Halluzinationen, Bias, Copyright).
Stack-Hinweis: Prompt-Bibliothek, Policy-Engine, AI-QA, Asset-Freigabe mit Vier-Augen-Prinzip.
4) Creative Automation – skalieren ohne Verwässerung
Templating für Text/Bild/Video, Varianten pro Segment & Kanal, aber zentral gesteuerte Markenbausteine.
Stack-Hinweis: Templating-Engine, DAM/PIM, Variations-API, automatisierte Brand-Checks.
5) RAG + kuratierter Wissensgraph
Statt reine Model-Intuition: Antworten aus verifizierten Quellen (Produktdaten, FAQs, Cases). Das erhöht Relevanz und Auditierbarkeit.
Stack-Hinweis: Vektorsuche, Dokument-Pipelines, Metadaten-Taxonomie, Sources-Logging.
6) Realtime-Personalisierung mit Feature Store
Events werden in Features verwandelt (z. B. ‚kaufte Bio-Kategorie in den letzten 7 Tagen‘). Daraus entstehen Empfehlungen & Trigger in Sekunden.
Stack-Hinweis: Stream-Processing, Feature Store, Decisioning-Engine, Experiment-Framework.
7) Ads- & Retail-Clean Rooms
Datenaustausch mit Plattformen/Partnern datenschutzkonform, um Zielgruppen zu aktivieren und Wirkung zu messen – ohne Rohdaten zu teilen.
Stack-Hinweis: Identity-Resolution, Privacy-Enhancing Tech, Query-Templates, Frequenz-Capping über Kanäle.
8) Marketing-Mix-Modeling 2.0 (inklusiv Experimenten)
Post-Cookie-Messung braucht triangulierte Evidenz: MMM, Geo-Experimente und Conversion-Lift ergänzen Attributionsmodelle.
Stack-Hinweis: Bayesian MMM, Test-Design-Library, Data Sandboxes, Spend-Optimizer.
9) On-Device- und Edge-Modelle
Schnelle, private Inferenz direkt im Browser, in Apps oder am POS – nützlich für Empfehlungen, Sprache/Bild, Offline-Fälle.
Stack-Hinweis: Kompakte Modelle, Caching, Updates-Pipeline, Telemetrie für Qualität.
Was gehört 2026 in den Stack? (Prioritäten)
Must-have: Agentic-Workflows, saubere First-Party-Daten (CDP/ETL), Brand-Guardrails, Creative-Automation, RAG für Service & Sales.
Should-have: Clean Rooms, Realtime-Personalisierung mit Feature Store, MMM 2.0, automatisierte QA/Monitoring.
Watchlist: On-Device-AI am POS, synthetische Daten für Tests, multimodale A/B-Varianten.
Umsetzung in 90 Tagen: Roadmap
- Woche 1–2: Stack-Audit, Datenflüsse und Verantwortlichkeiten klären, Ziele definieren.
- Woche 3–5: Event-Tracking (Server-Side) & ID-Graph verhärten; Prompt-Library & Brand-Policies anlegen.
- Woche 6–9: 2–3 Agentic-Workflows in Betrieb (Reporting, Ad-Variation, FAQ-Assist).
- Woche 10–12: RAG-Pilot + QA, MMM-Baseline, Clean-Room-PoC für einen Kanal.
Success-KPIs: Time-to-Market, QA-Fehlerquote, Uplift pro Kanal, Kosten/Nutzen je Use-Case.
Checkliste (zum Mitnehmen)
- Daten: Consent, Events, IDs, Data Contracts geprüft
- Governance: Brand-Policies & Guardrails im System
- Kreation: Templating + Freigabefluss aktiv
- Automation: 2+ Agentic-Workflows produktiv
- Wissen: RAG-Quellen mit Versionskontrolle
- Messung: MMM-Baseline & Experiment-Katalog
- Personalisierung: Feature Store & Trigger
- Risiken: Kostenkontrolle, Halluzinationen, Datenschutz, Copyright
Nächster Schritt
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