Low-Code im Marketing: Was in 2026 sinnvoll ist – und was nicht


Low-Code und No-Code sind längst kein Nischenthema mehr. Im Marketing versprechen sie Geschwindigkeit, Flexibilität und geringere Abhängigkeit von IT-Teams. Doch 2026 geht es nicht mehr um das ‚Ob‘, sondern um das ‚Wie‘ – wo helfen Low-Code-Plattformen wirklich, und wo werden sie zum Risiko? Dieser Beitrag trennt Nutzen von Mythos und zeigt, wie man die richtige Balance findet. 

Was Low-Code im Marketing bedeutet 

Low-Code-Plattformen ermöglichen es, Workflows, Datenpipelines und einfache Anwendungen ohne tiefes Programmierwissen zu erstellen. Im Marketing betrifft das vor allem Automatisierung, Lead-Routing, Kampagnenlogik und Reporting. 

Die Idee: Fachabteilungen entwickeln eigenständig – schneller, flexibler, ohne auf die IT warten zu müssen. In der Praxis gelingt das aber nur mit klaren Grenzen und Standards. 

Die Vorteile von Low-Code in 2026 

  1. Schnelligkeit: Kampagnen und Automationen lassen sich in Stunden statt Wochen umsetzen. 
  2. Prototyping: Ideen können ohne IT-Aufwand getestet werden – ideal für MVPs und A/B-Experimente. 
  3. Kosteneffizienz: Weniger externe Entwicklungsressourcen, mehr Eigenleistung. 
  4. Demokratisierung: Fachanwender:innen werden Teil des Entwicklungsprozesses. 

Kurz gesagt: Low-Code beschleunigt Marketing – wenn Governance und Qualitätssicherung stimmen. 

Wo Low-Code an seine Grenzen stößt 

Nicht jeder Use Case eignet sich für Low-Code. Komplexe Datenlogiken, Integrationen mit Legacy-Systemen oder strenge Sicherheitsanforderungen bleiben klassische Entwickleraufgaben. 

Häufige Risiken sind: fehlende Dokumentation, Wildwuchs an Tools, Sicherheitslücken durch unsaubere Authentifizierung und schwer wartbare Prozesse. 

Faustregel: Wenn ein Prozess mehr als drei Systeme koppelt oder regulierte Daten verarbeitet, sollte er professionell entwickelt werden. 

Der Low-Code/No-Code-Stack 2026 

Die beliebtesten Tools im Marketingumfeld 2026 lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: 

  • Automation & Integration: Make, n8n, Zapier Enterprise, Workato 
  • Data & Analytics: Retool, Airtable, BigQuery mit UI-Buildern, Hex 
  • Campaign & CRM Extensions: HubSpot Workflows, Salesforce Flow, ActiveCampaign Automations 

Diese Tools erlauben schnelle Ergebnisse – entscheidend ist aber, sie über einen Governance-Rahmen (z. B. zentrale Orchestrierung, Monitoring, Rollenrechte) zu steuern. 

Governance & Quality by Design 

Low-Code erfordert klare Spielregeln. Ohne Dokumentation, QA und Ownership führt die Freiheit zu Chaos. Erfolgreiche Teams definieren daher Entwicklungsrichtlinien, Versionskontrollen und Freigabeprozesse. 

Best Practice: Jede Automation hat einen Owner, jede Workflow-Version ist nachvollziehbar, und Änderungen werden getestet, bevor sie produktiv gehen. 

Low-Code bedeutet nicht weniger Disziplin – sondern mehr Verantwortung an der richtigen Stelle. 

Fazit 

Low-Code ist gekommen, um zu bleiben – aber nicht als Allheilmittel. Wer Low-Code strategisch einsetzt, entlastet Teams, beschleunigt Innovationen und senkt Kosten. Wer es unkontrolliert laufen lässt, schafft Schatten-IT und Risiken. Die Zukunft liegt im Zusammenspiel: Marketing Engineers als Architekten, Fachabteilungen als Mitgestalter.