Wenn Mad Men zu Kontrollern werden!

 

Wenn Mad Men zu Kontrollern werden

Tobias Voigt Nov 1, 2019 10:40:00 AM

„Werbung muss verkaufen“

Das war Regel Nr. 1 des Vaters der Werbung, David Ogilvy. Und in der goldenen Ära der Mad Men wurde dieser Satz zum Mantra, weil in den Anfängen der Werbung über tarifgebundene Medien der Hebeleffekt zum Abverkauf direkt und eindeutig spürbar war. Wer 1920 eine ganzseitige Anzeige in der New York Times schaltete, konnte den Ausverkauf seiner Produkte quasi an den drei darauffolgenden Tagen in Real Time miterleben.

Ähnlich erging es auch den wahren (M)ad Men der 60er Jahre. Die Massen-Medien bestanden aus überschaubaren Zeitungsverlagen, Radio- und TV-Sendern. Zielgruppen wurden rein sozio-demographisch unterteilt. Da traf also eine Ansprache direkt auf Millionen kaufwilliger Konsumenten. Das Wirtschaftswachstum war ungebremst und viele Verkäufer aus der Zeit waren eher „Ver- und Zu-teiler“ als wirkliche Vertriebler. Ein Paradies für Marketing-Gurus und deren Gefolge, denn Marketinginvestments wurden nur zu gern von den Geschäftsleitungen getätigt. Wer bekannt war, der wurde gekauft. So die einhellige Meinung und das gelernte Motto.

Awareness, USP und Reason Why

Eine gute Copy Strategy war im Grunde die halbe Miete. Die andere war ein einigermaßen ordentliches Produkt. Das ging eine ganze Weile gut. Selbst als die Mediaspendings immer größer wurden und damit die Skalierungseffekte für den 15% Honorarumsatz Anteil der Kreativagentur an Anzeigen und TV-Spots für eine unverschämt hohe Profitabilität sorgte. Mad Men wurde allein schon aufgrund Ihrer Verdienstmöglichkeiten zu den Vorzeige-Lebemännern des weltweiten Jet-Set. Dabei manifesten sie zeitgleich ihren Ruf als „Rainmaker“ für jeden erfolgreichen Unternehmer mit geschickt platzierter Public Relations und Reputations. Ehre wem Ehre gebührt – Geld wem Geld ….

Im jetzt und hier angekommen.

Die heutigen Mad Men tragen immer noch des Lebemanns Uniform. Zugegeben aktuell mit Sneaker, taillierten Hemden und natürlich Kreativ-Schal statt Krawatte. Nur ihr Mantra vom „Rainmaking mit Werbung“ wird immer leiser, weil schwieriger zu beweisen. Fragmentierte Zielgruppen mit hoher Werbereaktanz in Kombination mit Multi-Channel Media Anbietern lassen modernes Marketing zur Wissenschaft werden. Die reine kreative Idee ist zwar weiterhin hoch geschätzt, aber eben nicht mehr allenthalben benötigt. Von den ca. 4.000 Werbebotschaften, die wir auf den durchschnittlichen Konsumenten täglich einprasseln lassen, sind eben 3.998,5 keine Frage einer brilliant formulierten und damit profitrelevanten Value Proposition, sondern ganz einfach eine Frage der Lautstärke und Reichweite im Markt.

„Marketing müssen wir schon machen“

Diese Erkenntnis konnten wir von den Mad Men in die Neuzeit retten. Aber es geht eben im Normalfall nicht mehr um die eine, große Idee, die ein Geschäftsmodell nachhaltig tragen kann. Die „verleiht Flügel“ oder „think different“ Cases bleiben nun mal Ausnahmen im Einerlei der täglichen Werbeslots. Vielmehr geht es heute um ROI. Direkt messbar, spürbar und vor allem effizient optimiert. Den Mad Men im jetzt und hier wird die Frage gestellt, mit wie wenig Spending man den gerade noch nötigen Share of Voice erreicht, um das Geschäftsmodell aufrecht zu erhalten? Wie hoch sind die Costs per Order oder Customer Akquisition Costs im Bezug zum Customer Lifetime Value und dem daraus resultierenden Net Profit. Das – und nichts anderes – ist das Mad Men Mantra im aktuellen Marketing. Und damit leuchtet er heller als jeh zuvor, der Stern der Kontroller im Marketing.

ROI vor Spending

So die aktuelle Devise. Oder anders ausgedrückt: „Mitbrüllen im Kreis der täglichen 4.000, aber bitte mit möglichst wenigen Kosten.“ Deshalb ist auch der Ruf nach Marketing Automation verständlich und richtig. Wer heute seine Marketingkosten im Tagesgeschäft und jenseits der großen, markenprofilierenden Kampagnen nicht absolut im Griff hat, der wird im Wettbewerbsumfeld unerbittlich zur Kasse gebeten. Das gilt für die digitale Transformation von ganzen Geschäftsmodellen eben genauso wie für die digitale Transformation des modernen Marketings. Und schlussendlich auch für die Transformation der guten alten (M)ad Men zu Kontrollern, Beratern, Spezialsisten und Experten für effizentes, weil automatisiertes Marketing.

Mit besten Grüßen von den MarkenAuDomat Men.

Wer mehr zum Thema Marketing Automation wissen möchte, ist bei den MarTech Mad Men hier gut aufgehoben: www.markenmut.de/markenautomat.

Eine aktuelle Studie zur MarTech Landschaft sowie die Standard Literatur zur Marketing Automation gibt es beim Institut für Sales und Marketing Automation in Ludwigshafen bzw. unter http://ifsma.entwicklungs.website/

Zum Autor:

TOBIAS VOIGT ist Vorstand und Gesellschafter der markenmut AG. Er zeichnet verantwortlich für das kreative Produkt der Agentur sowie markenautomat– das Consulting Department für Digital Marketing Automation, welches Tobias Voigt an den Standorten Düsseldorf und Frankfurt auf- und ausbaut.

markenautomat ist das Consulting Department für Marketing Automation der markenmut AG. Am Standort Frankfurt sorgt ein Team aus hochqualifizierten Experten und Senior-Consultants mit Marketing & Produktions-Background sowie IT Business Intelligence und Automation Knowledge für signifikante Effizienzsteigerungen in den Marketing Operations namhafter Kunden aus Touristik, FMCG, Finance, Tobacco, Industrie und Automotive. markenautomat designed, plant und migriert systembasierte, teilautomatisierte Marketingstrukturen auf Basis eines passgenauen Best-of-Breed Martech Systems, das Aufgaben, Strategie, Daten und Kollaboration zusammen auf eine Plattform bringt. Ziel ist es, dass das System den Prozess der Produktion von Werbemitteln völlig selbstständig übernimmt. Smart – automatisch mit AI-Power – connected – agile und dabei 100% CI gerecht, produktionssicher und on time. Damit Marketingprozesse letztendlich smarter, kosteneffizienter, automatisierter, agiler, kreativer und effektiver werden. Mehr: www.markenmut.de/markenautomat

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