Wohin geht die Reise?

Der Wiederaufstieg regionaler Tourismusanbieter.Die Tourismusbranche ist – Corona-bedingt – mehr als in großen Nöten.  Wirklich die ganze Tourismusbranche? Blickt man auf die jüngsten Entwicklungen, scheint es hier nicht nur Verlierer zu geben. Denn wenn in die Ferne schweifen tabu scheint, lenken mehr und mehr Urlaubsplaner ihre Blicke in die Nähe. Das heißt national. Und das heißt regional. Die Sommerurlaube im Ausland sind zwar noch nicht komplett abgeschrieben, aber mehr als ein Drittel aller Deutschen hat diese Form von Ferien für sich erst einmal gecancelt.  Und der Rest? Der schaut wohlwollend Richtung Deutschland, in die Berge oder an die Seen – und natürlich in die zahlreichen anderen Urlaubsgebiete bundesweit. 


Sicherheit und Nähe schlägt Ferne und Exotik 
Gastgeber, die die Corona-Krise überstehen, ohne unverschuldet in Insolvenzen zu rutschen, könnten als Gewinner der Branche hervorgehen. Denn die gefühlten und tatsächlichen Sicherheiten von Reisen im eigenen Land werden viele Einheimische dazu bewegen, den Jahresurlaub in Deutschland oder zumindest innerhalb (Mittel-)Europas zu verbringen. 

Zu diesen Vorteilen gehört, z.B. dass die Bundesländer sich bisher untereinander nicht abgrenzten und eine leichtere Kommunikation mit den Gastgebern aufgrund einheitlicher Gesetzeslagen möglich ist. Außerdem hat sich das deutsche Gesundheitssystem als eines der Spitzenreiter weltweit gezeigt, während einige Nachbarn bereits kurz vor dem Kollaps standen. Das eh schon unschöne Szenario, im Urlaub krank zu werden, erweitert sich nun um die Komponente, nicht mehr entsprechend versorgt werden zu können. Für den bekannt sicherheitsorientierten deutschen Urlauber ein absolutes No-Go, schließlich ist es bei Corona nicht mit einer Reisetablette getan.  

Auch Solidarität wird eine große Rolle bei innerdeutschen Buchungen spielen, man unterstützt die landeseigene Wirtschaft, lokale Gastronomie, Kultur und Hotellerie und hat dazu noch ein gutes Gewissen –regionaler Tourismus ist zumeist deutlich nachhaltiger als Fernreisen oder wildes Cityhopping.   

Nicht nur die Gastgeber, auch die potentiellen Gäste spüren bereits jetzt die wirtschaftlichen Folgen der Krise und so werden auch aus finanziellen Gründen Ferienwohnung und Campingplatz attraktiver als die Fernreise nach Asien. Ausgaben in der Luxusklasse könnten zunächst einmal hintenangestellt werden. Animiert durch wohlig inszenierte Plätze und Blogger-Inspiration in den Sozialen Medien lässt uns in Krisenzeiten wertschätzen, was wir haben. Denn innerhalb weniger Wochen wurde klar, dass Reisen, Kurztrips und freie Grenzübertritte nicht immer selbstverständlich sind.  

Wer als Urlaubsanbieter jetzt aber glaubt, dass es – nach einer Zeit der Enthaltsamkeit – genügen würde, einfach die Türen für die Gäste zu öffnen, auf dass diese umgehend einströmen: Ganz so einfach ist ein solcher Restart nicht. Vielmehr kann und wird der Schlüssel zu Erfolg in einem gezielten professionellen Regionalmarketing liegen.  

  
Die konkrete Kraft eines Regionalmarketings. 
Generell wurde, auch unabhängig von der aktuellen Pandemie, das Reisen innerhalb des Landes in den letzten Jahren immer beliebter: Das Image des Regionaltourismus hat sich stark gewandelt; roch „Heimaturlaub“ einst muffig nach Balkonien, Spießigkeit, Kegelklubs und Socken in Sandalen, so hat gekonntes Stadt- und Regionalmarketing viele Orte in attraktive Destinationen verwandelt. 

Das Erfolgsrezept hierzu:  

  • Als Basis ein ganzheitliches, barrierefreies und besucherorientiertes Konzept 
  • ein vielfältiges, progressives kulturelles Angebotsspektrum 
  • unterstützt durch den Einsatz authentischer Bildwelten
  • Sichtbarmachen von „echten“ Erlebnissen 

Dabei ist es aktuell wichtiger denn je, diese Angebotsvielfalt besonders online schmackhaft zu machen. Neben der selbstverständlichen Webpräsenz zählen dazu besonders Interaktive Angebote, z.B. 360° Touren, Videos und Animationen. Auch nutzerfreundliche Apps, einfache Buchungs- und Zahlungsmöglichkeiten, Social Media und Community Management gewinnen immer mehr an Bedeutung. Zu den Grundbausteinen des Markenaufbaus, der visuellen Identität und Kommunikation, gesellen sich immer neue Faktoren abseits des klassischen Abverkaufs; z.B. authentische und interaktive Content-Kreation mit echtem Mehrwert sowie Sichtbarkeit und Erreichbarkeit im Omnichannel.

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Klasse statt Masse: Die individuelle Chance. 
Was regionale Tourismusanbieter von den Nachteilen des bisher üblichen Massentourismus lernen können: Monotone typische Erfahrungen des Massensonnenbadens am Strand oder Völlerei am Büfett sollten durch neue nachhaltigere Eindrücke ersetzt werden. Regionale Destinationen sollten neu erlebbar gemacht werden. Hierbei werden Zuverlässigkeit und hohe Qualitätsstandards eine wichtige Rolle spielen – Premiumangebote können dem neuen Leistungsversprechen zusätzlich noch die Krone aufsetzen. 

So kann zum Beispiel ein neuer Zugang zu alten Traditionen, zu Herkunft oder Sagen ein reizvolles Angebot initiieren, die regionaltypische Kultur kennenzulernen und wertzuschätzen. 

Den neuen Bedürfnissen der “neuen Kunden” gerecht zu werden und deren emotionale Sicherheit wieder zu stärken, wird zukünftig eine wichtige Herausforderung sein. Im Vorteil sind sogar kleine, familiäre Betriebe, wie beispielsweise die Winzerfamilien an der Mosel. Durch individuellere Ansprache ihrer Kunden, punkten sie zudem durch Authentizität, Sympathie und Verlässlichkeit und können dem Urlauber dadurch ein willkommener Gastgeber werden. 

Dem Wunsch nach mehr Transparenz & Fairness kann schon durch den direkten persönlichen Kontakt entsprochen werden, denn meist sind keine Reisevermittler im Regionaltourismus involviert. 

Um den Trend der Rückbesinnung auf Heimaturlaub und Achtsamkeit aufzugreifen, müssen die Anbieter allerdings auch tief in die konzeptionelle Arbeit einsteigen, dabei Bewährtes auf den Prüfstand stellen und ständig nach neuen Qualitäten ihrer Angebote und kundenorientierten Services Ausschau halten. 
Wie entscheidet der Kunde? Plant er spontan oder wird schon lange im Vorfeld geplant? Liebt er Bekanntes oder will er in unentdeckte Gefilde? Mit dieser Art von Fragestellungen und den daraus zu entwickelnden, kundenzentrierten Konzepten sind Marketingfachleute wie unsere Touristikexperten von markenkarma wohl vertraut. 

Auch die Qualität der Kommunikation mit den Reisenden wird nach wie vor ein extrem wichtiges Kriterium bleiben. Besonders zu schätzen weiß der Kunde, wenn er seinen Urlaub möglichst frei, selbstbestimmt und autark gestalten kann, eben nur mit dem nötigen hilfreichen Support der Gastgeber.  „Weniger ist mehr“ gilt auch bei den Auswahlmöglichkeiten: ein übersichtlich gestaltetes und liebevoll zusammengestelltes Portfolio hilft dem potentiellen Urlauber, einfacher und damit schneller zu entscheiden. Entspannung schon beim Buchen statt der Qual der Wahl in einem überfordernden Labyrinth an möglichen Möglichkeiten. Kurze Wege und Naherholung garantieren ebenso den direkteren Einstieg in den Urlaub und damit in die wohlverdiente Entspannung.

über den autor

MARIA IENCO Creative Director und Gesellschafterin der markenmut AG, leitet das markenkarma Creative-Team, welches zusammen mit den Consultingspezialisten leidenschaftlich gerne für Kunden aus der Touristikbranche und deren Destinationsmarketing konzeptionell-kreativ tätig ist. Seit der 25-jährigen Agenturzugehörigkeit hat sie zahlreiche Projekte wie die Regionalinitiativen der Mosel und der Eifel begleitet bis hin zu Kreativ-Kampagnen für deutsche Töchterunternehmen der Thomas Cook Gruppe konzipiert und umgesetzt.

über markenkarma

markenkarma steht schon über 30 Jahre erfolgreich für kreatives und vor allem vertriebsorientiertes Marketing. Die Agentur mit Standorten in Trier, Frankfurt, Köln und Düsseldorf beschäftig aktuell 36 markenmutige Kreative und betreut zahlreiche Unternehmen aus Automotive, FMCG, Touristik, Industry, Finance und Tobacco. Dabei bieten vier markenmutige Departments spezialisierte Services entlang der kompletten Marketing Supply Chain: Von der Kreation über die automatisierte Produktion und Distribution von Werbemitteln bis zum „On Demand Advertising“. Damit das Marketing von markenmut Kunden auch künftig „the last legal unfair advantage“ im Wettbewerb bleibt.