Das Orchester ohne Dirigent

Als 1922 Lew Zeitlin in Moskau das erste Orchester ohne Dirigenten „Persimfans“ gründete, war der Aufschrei groß. Der Dirigent als Herrschaftssymbol galt im Rest der Welt als unabdingbar, um ein Orchester durch die komplexen Notenfolgen, Stimmungs- und Tempowechsel zu führen und alle Instrumente perfekt aufeinander abzustimmen. 
Ganz zu schweigen von den verschiedenen Charakteren innerhalb solch einer musizierenden Gemeinschaft. Von Starallüren in der ersten Reihe, bis zu Statuskämpfen auf den hinteren Plätzen. Das Konstrukt Orchester ist ein feinfühliger Organismus, der – so die gegenwärtige Meinung – eine ebenso feinfühlige Führung braucht. Als Marketingleiter haben sie es mit einem gleichwertigen Orchester zu tun und der Druck, dieses Orchester mit neuen, digitalen und erfolgsversprechenden Instrumenten zu bestücken, wächst stetig.

 

„Mit Marketingautomation steigern sie Performance und Effizienz“

So lautet das Mantra der MarTech-Szene. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht ein neues Instrument beim Stöbern in meinen Social-Feeds präsentiert bekomme. Von klassischen Sales-Funnels mit bahnbrechender KI, über automatisierte Content-Erstellung mit GPT-3 bis hin zu perfekt ausgespielten Druckvorlagen ebenfalls mit KI-Unterstützung. Da ist alles dabei was das Nerdyherz höherschlagen lässt. Wenn man tatsächlich hängen bleibt, versuchen bunte Erklärvideos oder engagierte Start-Up Gründer dann meistens die genutzte Technologie greifbar zu machen oder in vielen Fällen einfach nur darauf hinzuweisen, dass an genau dieser Technologie in Zukunft kein Vorbeikommen mehr ist. An der Digitalisierung bzw. Automatisierung von Prozessen – besonders im Marketing – ist heute tatsächlich kein Vorbeikommen mehr. Doch was bringen schon die besten Tools und Instrumente, wenn niemand sie spielen kann bzw. niemand in Ihrem Unternehmen in der Lage ist, eine Vielzahl dieser Instrumente so zu orchestrieren das auch tatsächlich eine Symphonie daraus wird.
dirigent_01

Die Systemanbieter versuchen hier häufig mit langfristigen Onboarding-Prozessen und/oder eigens angebotenen Akademien die Nutzung der Tools zu vereinfachen. Doch für einen tiefgreifenden Einschnitt in jahrelang erlernte Abläufe in Ihrem Unternehmen, braucht es mehr als einen 6-monatigen Onboarding-Prozess oder angelerntes Knowhow im Selbststudium. Und so passiert es viel zu oft, dass man sich als in die Zukunft blickender Marketingleiter neue, effizienzsteigernde Instrumente anschafft, diese aber im gesamten Werk an Instrumenten, in den seltensten Fällen ihr volles Potenzial entfalten.
 

Das Marketing in der Accelerando-Phase

Das Persimfans funktionierte in vielen Teilen wunderbar, vor allem weil sich jeder Künstler in dem Orchester als Solist fühlte. Doch gerade die „accelerando“ Passagen – also schneller werdende Parts innerhalb der Stücke – bereitete dem Orchester Probleme. So mancher Komponist war wegen offenkundiger Koordinationsschwierigkeiten auch nicht wirklich begeistert mit den Aufführungen und so löste sich das Orchester nach nur 10-jährigem Bestehen wieder auf.

Das Marketing befindet sich wie viele andere Bereiche auch in einer „Accelerando-Phase“ und die feinfühlige Koordination Ihrer Instrumente ist wichtiger denn je, um wettbewerbsfähig und effizient zu bleiben. Neben der Auswahl der passenden Instrumente für Ihr Marketing, rückt somit auch die Leitung dieses Orchesters zunehmend in den Vordergrund. Es ist also nicht verwunderlich, dass die großen Recruiting-Agenturen MarTech-Manager zum neuen Trend auf dem Arbeitsmarkt etablieren. Die MarTech-Manager sind quasi die neuen Social-Media-Manager. Es gibt halt nur nicht so viele.

Was also tun, wenn das neue Instrument auf seinen Platz in ihrem Orchester wartet oder die Solisten in Ihren Reihen dieses grundsätzlich abstoßen. Was also tun, wenn noch gar nicht klar ist, welche Symphonie ihr Ensemble in Zukunft zum Besten geben soll.

Wir haben Antworten!
Und Dirigenten!

 

HIER TERMIN VEREINBAREN
 

dirigent_02

 


 

Abonnieren Sie unseren Newsletter:

über den autor

MARTIN SCHELL, gelernter Mediengestalter, studierte Medienwirtschaft mit Schwerpunkt Medien- und Werbepsychologie an der Fachhochschule Fresenius in Idstein. Unter der Leitung von Dr. Colin Roth sammelte er umfangreiche Erfahrung in der modernen Organisations-Entwicklung bei BB/O in Nürnberg bevor er als Freelancer in der Medienberatung- und Gestaltung in seiner Heimat Koblenz tätig wurde. Seit 2014 ist er bei markenmut am Standort Düsseldorf tätig und entwickelte digitale Werbekonzepte und Strategien für die Touristik-, Finanz-, FMCG- und Tobaco-Branche. Neben seiner Tätigkeit als Dozent an der Düsseldorfer Akademie für Medien, leitet er seit Oktober 2019 das Department „markenformat“ und implementiert, steuert und befüllt Automations-Tools mit seinem Team am Standort Düsseldorf.

über markenformat

markenformat schafft Interfaces zwischen Kreation und Produktion, um das Potenzial effizienter Marketing Automatisierung vollständig zu heben. Das ist die CI-gerechte Aufbereitung und Adaption von Ingredienzen wie Bilder, Motions, Lines, Copy, Formen, Farben und Mechaniken in regelkonforme Werbemittel-Vorlagen zur automatischen Produktion unsere Kernkompetenz.